Der Name der Insel Poel kommt wahrscheinlich aus dem slawischen und bedeutet soviel wie flaches Land, andere Quellen gehen davon aus, das der Name vom germanischen Lichtgott Phol abstammt, besser bekannt als Baldur. Die Fläche der Insel Poel beträgt 36km², sie hat eine Bevölkerungsdichte von 76 Einwohner je km² und Höhen von 0-26 m ü. NN.
Die Insel Poel zählt zum Landkreis Nordwestmecklenburg (mit dem Autokennzeichen NWM). Sie befindet sich nördlich der Hansestadt Wismar in der Wismarbucht. Die Wismarbucht ist eine Ausbuchtung der Mecklenburger Bucht, die am südwestlichen Ende der Ostsee liegt. Die Insel Poel teilt sich auf in 2856 ha Landwirtschaftsfläche, 93 ha Wald und 97 ha Wasserflächen. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von 53°57’28’’ – 54°01’30’’ nördlicher Breite, die West-Ost-Ausdehnung von 11°22’32’’ – 11°29’54’’ östlicher Länge. Die Postleitzahl: 23999 Die Telefon-Vorwahl: 038425
Der Fischer- und Lotsenhafen in Timmendorf 53° 59,6′N 11° 22,6′E Der Leuchtturm mit einer Höhe von 18,5 m und das dazugehörige Lotzenhaus entstehen im Jahr 1871. 1930 wird der Turm, der aus navigatorischen Gründen schon lange Zeit nicht mehr den Richtlinien der Sicherheit entspricht, auf 21,1m erhöht. Im Hafen Timmendorf liegen vor allem Fischerboote und Fahrgastschiffe. Einige Gastliegeplätze sind aber ebenfalls vorhanden.Der kleine Hafen für Lotsen- und Fischerboote liegt auf der westlichen Seite der Insel Poel. Gastlieger finden nach Absprache mit dem Hafenmeister gute Liegeplätze an den Stegen der nördlichen und südlichen Mole auf 2 bis 2,5 m Wassertiefe. Die Stege im Osten des Hafens sind Fischer- und Lotsenbooten sowie dem Rettungskreuzer der DGzRS vorbehalten.
Die letzte Ortschaft bevor man auf die Insel kommt ist Groß Strömkendorf, dann noch am ehemaligen Zollhaus vorbei und man ist auf dem Poeler Damm mit der kleinen Brücke, das das nicht immer so war verrät schon der Name der ersten Ortschaft Fährdorf.
Naturstrand mit Steilküste zwischen Gollwitz und
Schwarzer Busch. Für Naturliebhaber, Fossiliensammler und Leute die
lange Sparziergänge lieben. Dieses Foto wurde Im Mai 2008 aufgenommen.
Wer Ruhe und keine überfüllten Strände sucht, sollte die Insel
im Oktober- Mai besuchen.Der Strand ist sehr abwechsungsreich zwischen diesen beiden Orten
geprägt von Steilküsten und Sandstrand. Von der letzten Eiszeit zurückgelassen
viele Steine.
Die erste urkundliche Erwähnung der Insel Poel
stammt aus dem Jahr 1163. Poel zählte zu der Zeit zum Bistum Lübeck. Die
Kirchdorfer Backsteinkirche stand schon vor 1258. Eine Erwähnung im
Register der Diözese Lübeck stammt aus dem Jahre 1259. Schon von weitem
kann man den 47m hohen Turm der Kirche erkennen, der noch aus dieser
Zeit erhalten ist. Durch die Christianisierung der Slawen im 13. bis 15.
Jahrhundert stieg die Bevölkerung an, es entstanden zahlreiche neue
Dörfer. Die Insel Poel kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken.
Auch für die Vorgeschichte ist schon eine Besiedlung der Insel bezeugt.
In neuerer Zeit fanden Unterwasserarchäologen zahlreiche steinzeitliche
Siedlungsspuren in der Ostsee, die aufgrund des Meeresspiegelanstiegs
heute unter Wasser liegen. In historischer Zeit war die Insel Poel aufgrund ihrer hervorragenden strategischen Lage bei den Herrschenden sehr begehrt.
Poel ist umgeben von der Ostsee, die in der Meerenge
„Breitling“ östlich der Insel eine Wassertiefe von nur einem Meter
erreicht. Nördlich von Poel hingegen fällt der Meeresgrund auf ca. 12 m
ab, bis er bei der Untiefe „Hannibal“ wieder ansteigt. Der Wasserstand
schwankt je nach Wind jedoch im Mittel bis zu einem Meter. Der
Salzgehalt der Ostsee rund um Poel beträgt ca. 13‰. Die Temperatur des
Oberflächenwassers in der Wismarbucht beträgt im August-Monatsmittel
17°C, im Februar -0,2°C.
Die mittlere Jahrestemperatur auf der Insel Poel
beträgt ca 8 °C, der mittlere Jahresniederschlag liegt bei 535 mm..
Gebremst durch die langsame Erwärmung der kalten Ostsee beginnt der
Frühling erst spät. Die Wachstumsperiode setzt bei einer mittleren
Tagestemperatur von mehr als 5°C ein. Dieser Zeitpunkt liegt auf Poel
erst Anfang April. Die durchschnittliche Jahresschwankung der
Temperaturkurve beträgt ungefähr 17 Grad. Obwohl die Insel relativ
niederschlagsarm ist, treten dadurch Wasserdefizite für die Vegetation
nicht auf, da sich in unmittelbarer Meeresnähe eine hohe
Luftfeuchtigkeit ausbildet. Auf Poel liegt diese im Mittel bei 84
Prozent.
Die Fährdorfer Brücke: Seinen Namen hat Fährdorf
nach seiner Funktion als Standort des Fährmanns. Denn bis zum Jahre 1760
war die Insel Poel nur über die Fähre nach Fährdorf zu erreichen. Im
Jahre 1760 war dann der Damm zum Festland aufgeschüttet. Teil des Dammes
waren zwei Brücken, von denen eine jede Nacht aufgezogen wurde. Der
Breitlingdamm in seiner heutigen Form existiert seit dem Jahr 1927.
Tierwelt: Im Sommer trifft man als Badegast
besonders häufig die bläuliche Ohrenqualle (Aurelia aurita). Sie ist für
den Menschen vollkommen ungefährlich und kann einen Durchmesser von bis
zu 30 cm erreichen. Eine besonders häufige
Muschel ist die bläulich-schwarze Miesmuschel. Auch Herzmuscheln
(Cardium edule) und die weiße Sandklaffmuschel (Mya arenaria) kommen vor
der Insel Poel vor. Auf der Insel Poel leben neben zahllosen Vögeln außerdem Rehe, Hasen, Igel ,Füchse und Wildschweine. Aufnahme Vom 03.04.2009 Schwäne in der mecklenburger Bucht
Seit 1978 steht ein weiteres Gebiet von 70 ha im
Südwesten der Insel unter Naturschutz. Der Faule See mit Rustwerder, den
umgebenden Salzwiesen von Gausurt/Hinterwangern bis Brandenhusen ist
besonders schützenswert, da hier ein einzigartiges System von
Strandwällen und verlandenden Flächen mit Uferröhrricht und
Flachwasserbuchten vorhanden ist. Der Strand ist der einzige der Insel,
der nicht durch Badebetrieb beeinträchtigt wurde. Die vorhandene,
artenreiche Salzflora muss in ihrer Vielfalt erhalten bleiben, auch um
Vögeln einen Lebensraum zum Rasten und Brüten zu bieten.Vom Weg von
Hinterwangern zum Strand und vom Hof Brandenhusen kann der interessierte
Besucher einen Blick auf das Naturschutzgebiet Fauler See werfen.
Dieser ca. 6 km lange Küstenabschnitt ist geprägt
durch Steilküsten- und Strandabschnitte und führt vorbei an Neuhof,
Schwarzer Busch und endet im Norden in Gollwitz. Auf Höhe Neuhof, liegt
hinter der Fahrrinne ein ausgedehnter Flachwasserbereich mit
Wassertiefen zwischen 2 und 3 m, der an den Randzonen auf 5 m abfällt,
die Untiefe Hannibal. Besonders auffällig ist die reiche
Unterwasservegetation auf dem Hannibal. Neben Blasentang wachsen
Seegras- und Laichkrautbestände sowie die Salde und das Seegras. Dazwischen
leben Jungfische, Muscheln und Krebse. Einzelne große Steine können
Wasserfahrzeugen zur Gefahr werden. Die abfallenden Kanten in tiefere
Gewässerbereiche sind beliebte Fischgründe für Fischer und Angler.
Am nördlichsten Punkt der Insel Poel liegt der Ort
Gollwitz und das Naturschutzgebiet Langenwerder, eine Insel die ohne
Führung nicht betreten werden darf. Auf der unbewohnten kleine Insel aus
Strandwällen und Dünen, können Sie eine Vielfalt von Vögeln in ihrem
natürlichen Lebensraum beobachten. Bereits 1920 beschloss der Verein
„Jordsand“, die 1000 m lange und zwischen 200 und 450 m breite Insel für
Seevögel zu schützen. 1924 wurde das mecklenburgische Naturschutzgesetz
erlassen, unter dessen Schutz die Insel Langenwerder fiel. 1937 trat
ein weiteres Gesetz in Kraft. Somit ist Langenwerder das älteste
Seevogelschutzgebiet Mecklenburgs. Auf der Insel finden viele
Küstenvögel gute Brutmöglichkeiten. Besonders die Sturmmöwe hält sich
zur Brutzeit gern auf Langenwerder auf. Mit 3000-4000 Paaren befindet
sich hier die größte Brutkolonie Mecklenburg-Vorpommerns.
Im Seekajak um die Insel Poel, die ca 28km lange
Strecke ist ideal für Paddler und eine schöne Tagestour, die man noch
ausbauen kann, wenn man das Salzhaff, die Kirchsee oder die Wismarer
Bucht mit einbezieht. Ab hier beginnt wieder der Breitling, wir sind auf
Höhe der Zaufe zwischen den Ortschaften Gollwitz und Vorwerk. bis zum
Ausgangspunkt trennt uns nur noch eine Seemeile.